Energieeffiziente Gebäude:
Primärenergieverbrauch senken und Kosten sparen:
Schlüsselgröße ist der Heizwärmebedarf
Im Wohngebäudebereich setzt sich der Energiebedarf aus dem Heizwärmebedarf, dem Strombedarf und dem Wärmebedarf für
Warmwasser zusammen. Die wesentliche Rolle dabei spielt der Heizwärmebedarf. Gut 10 EUR jährliche Heizenergiekosten pro m²
beheizter Wohnfläche werden im Durchschnitt im Wohngebäudebestand verursacht. Bei 120 m² beheizter Wohnfläche entstehen so
immerhin Kosten in Höhe von 1.200 EUR pro Jahr oder 36.000 EUR über eine 30jährige Lebensdauer des Gebäudes. Diese sehr
vereinfachte Darstellung zeigt, wie viel Geld durch eine energetische Gebäudemodernisierung gespart werden kann.
In informativer und anschaulicher Form zeigen die folgenden sechs Beiträge Schwerpunkte der energetischen Modernisierung auf:
Effizienzsteigerung bei der Heizungsanlage
In den zurückliegenden Jahren hat die Heiztechnik eine bemerkenswerte Entwicklung erfahren. Niedertemperatur- und
Brennwertkessel zum Einsatz fossiler Brennstoffe zur Wärmegewinnung erzielen heute Wirkungsgrade von 90 bis 100 % und mehr (bei
Brennwertnutzung). Kessel zur Verfeuerung erneuerbarer Brennstoffe (z. B. Pelletkessel), sowie Module zur effizienten
Brennstoffnutzung durch Kraft-Wärme-Kopplung in Form von Klein-Blockheizkraftwerk-Anlagen sind am Markt vorhanden. In
Demonstrationsvorhaben erfolgt der Einsatz von stationären Brennstoffzellen zur Wärme- und Stromversorgung.
Je nach Gebäudetyp, nach Region und wirtschaftlichen Möglichkeiten kann eine der vorgenannten Varianten gut oder weniger gut
umsetzbar sein.
Der
Filmbeitrag liefert beispielhaft Informationen zum Austausch des alten Kessels durch einen neuen Brennwertkessel, der
deutlich effizienter und nur wenig teurer als ein Niedertemperaturkessel ist. Darüber hinaus informiert er zu einer in diesem
Zusammenhang sinnvollen Kaminsanierung, sowie zur Dämmung von Rohrleitungen und zur Regelung der Anlage.
Dämmmaßnahmen an der Außenwand
Rund 20 bis 25 % der Heizkosten können durch Dämmmaßnahmen an der Außenwand eingespart werden. Gebäude aus der Nachkriegszeit
sind inzwischen sanierungsbedürftig - die richtige Zeit, über Außenwanddämmung nachzudenken.
Die Außenwanddämmung ist bauphysikalisch und energetisch besser als eine Innenwanddämmung, die nur dann zum tragen kommen
sollte, wenn Gebäude eine erhaltenswerte Fassadengestaltung (Fachwerk oder Ornamente u.s.w.) aufweisen und die Außenwanddämmung
dafür nicht oder nur sehr kostenaufwändig möglich ist.
An einem
Beispiel einer Außenwanddämmung wird in dem folgenden Beitrag auf die beachtenswerten Stellen hingewiesen, bei deren
Berücksichtigung Wärmebrücken vermieden werden können und Schimmelbildung der Vergangenheit angehört.
Dämmmaßnahmen am Dach
Im Sommer können auf der Außendachhaut Temperaturen von 60° C und höher, im Winter - 20° C und weniger auftreten. Mit einem
Flächenanteil von rund 20 % trägt die Dachfläche maßgeblich zu den Heizwärmeverlusten bei. Der Einsatz einer hohen
Dämmstoffdicke (z. B. 30 cm) ist also dringend empfohlen.
Informationen über die einzelnen Dämmvarianten, wie Zwischensparren-, Aufsparren- oder Untersparrendämmung, deren Aufbau und
die zu beachtenden Punkte sind in dieser Broschüre (espi) zu erhalten. Ein Beispiel einer Dachdämmung in einem Altbau und in
einem Anbau zeigt der folgende
Filmbeitrag.
Dämmung der obersten Geschossdecke und Dämmung im Keller sind ebenso effizient und zu empfehlen.
Energetische Modernisierung der Fenster
Einen spürbaren Komfortgewinn verbunden mit einer merklichen Reduzierung des Heizwärmeverbrauches verspricht der Austausch
einer Einfachverglasung oder einer Isolierverglasung gegen eine heute bereits am Markt verfügbare
Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung.
Damit können rund 80 % der Wärmeverluste (angegeben in Form des U-Wertes) einer Einfachverglasung reduziert werden. Je
geringer der U-Wert, desto besser der Wärmeschutz, wobei eine gute Wärmeschutzverglasung U-Werte zwischen 0,9 bis 1,1 W/(m²K)
für Verglasung und Rahmen ausweist.
Hinweise, was beim Fensteraustausch zu beachten ist (z. B. im Bezug auf den Rollladenkasten) und die dadurch entstehenden
Behaglichkeitseffekte und wie das ganze in einer Stunde zu realisieren ist, zeigt an einem Beispiel der folgende
Filmbeitrag.
Blower Door Test
Ein direkter Luftdurchgang durch die Außenbauteile führt zu einer erheblichen Minderung des Wärmeschutzes und kann zu
Bauschäden (Feuchteschäden) in Folge von Tauwasserbildung führen.
Eine Dichtigkeitsprüfung, der sogenannte Blower-Door-Test, zeigt diese Mängel auf. Wie ein solcher Test funktioniert, stellt
der folgende
Filmbeitrag dar.
Voraussetzungen für den Blower-Door-Test, Durchführung, Ablauf, Bewertung der Ergebnisse, Dauer und anfallende Kosten werden
in dem Leitfaden ebenso dargestellt wie typische Problempunkte auf baulicher Seite, Maßnahmen zur wind- und luftdichten Bauweise
sowie Dienstleister, die Blower-Door-Tests anbieten.
Energie mit elektronischen Thermostatventilen sparen
Ist das Gebäude luftdicht, die Wärmedämmung an den entscheidenden Stellen vorhanden, die Fenster nicht nur sauber sondern
auch energieeffizient und der Heizkessel auf dem neusten Stand der Technik, dann lässt sich der Heizwärmebedarf noch durch den
Einsatz von elektronischen Thermostatventilen reduzieren.
Damit kann für jeden Raum zeitabhängig die gewünschte Komfort-/Spartemperatur eingestellt werden, die dann automatisch
sichergestellt wird.
Innerhalb von zwei bis drei Jahren amortisiert sich diese Investition - auch für Mieter. Dass ein solcher Ventilwechsel
einfach durchzuführen ist, gibt der folgende
Filmbeitrag wieder.
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